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Kultur- und Bildungspolitik

Bildungswesen

Das marokkanische Bildungswesen zählt zu den Prioritäten von Regierung und König Mohammed VI. Eine 1999 initiierte Kampagne im Bereich der Schulausbildung, die sich eine 100%-ige Einschulungsrate bis 2002 zum Ziel gesetzt hatte, ist trotz aller Bemühungen auf offizieller Seite auch 2004 noch weit von ihrer Realisierung entfernt. 2015 wird als neues Zieldatum angestrebt. Die Einschulungsquote beträgt offiziell landesweit für 6-Jährige ca. 90%. Von der Gruppe der 15-Jährigen besuchen nur noch 50% eine Schule. Die Analphabetenquote wird selbst von offizieller Seite noch mit 48% beziffert, liegt aber tatsächlich noch höher. Insbesondere auf dem Land liegt sie bei 67%. Besonders betroffen sind, trotz aller Alphabetisierungskampagnen der Regierung, noch immer Frauen und Mädchen.

Seit Herbst 2003 ist eine weitreichende Universitätsreform in Kraft getreten. Sie zielt darauf, Studieninhalte neu auszurichten und u.a. den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes stärker anzupassen, sowie Studienzeiten zu verkürzen. Die Universitäten leiden seit Jahren unter Überfüllung und schwacher Mittelausstattung. Gleichzeitig ist der marokkanische Arbeitsmarkt nicht in der Lage, Schul- und Studienabgänger in ausreichendem Masse aufzunehmen. Der Prozentsatz arbeitsloser Akademiker steigt beständig (zuletzt von 21,4 % 2002 auf 22,9% 2003).

Fremdsprachen

Unter den Fremdsprachen dominiert eindeutig Französisch als Sprache der ehemaligen Kolonialmacht. Spanisch ist im Norden des Landes verbreitet. Steigendes Interesse besteht an Englisch. Deutsch, für das sich vor allem unter jungen Erwachsenen eine große Nachfrage feststellen lässt, und Italienisch folgen mit Abstand.

Medien

Die Medienlandschaft ist seit der Gründung weiterer privater Zeitungen/Zeitschriften vielfältiger geworden. Es gibt ca. 650 Zeitungen/ Zeitschriften, davon 40, die landesweit angeboten werden. Die Gesamtauflage der Presse ist - gemessen an der Bevölkerungszahl - sehr gering. Die große Zahl an Tageszeitungen ist nicht allein auf die Nachfrage, sondern auch auf die Finanzierung durch Parteiorgane zurückzuführen.

 

 

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