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Wirtschaft

Wirtschaftslage

Über 90% der Einnahmen der libyschen Volkswirtschaft gehen auf Ölexporte zurück. Daher ist die Wirtschafts- und Haushaltslage von der Entwicklung des Erdölpreises abhängig. Bei jährlich um die 12 Mrd. USD Einnahmen besteht grundsätzlich ein breiter Spielraum für eine Erhöhung der Importe und die Ausweitung der Investitionen.

Nachdem Ministerpräsident Dr. Shukri Ghanem im Juni 2003 ein neues liberales Wirtschaftsprogramm vorlegte und die Sanktionen der Vereinten Nationen im September 2003 endgültig aufgehoben wurden, sind die Chancen für eine positive Entwicklung der libyschen Wirtschaft gestiegen. Zwar behindern nach wie vor staatliche Kontrolle von Preisen, Außenhandel, Devisen- und Arbeitsmarkt sowie die schlechte Infrastruktur des Landes den Aufschwung. Ausländisches Kapital findet aber verstärkt zurück.

Nach wie vor zeigen sich systembedingte Friktionen, die die Produktivität und Effizienz der Wirtschaft beeinträchtigen. Insbesondere krankt die libysche Volkswirtschaft daran, dass die Wertschöpfung im eigenen Land verschwindend gering ist. Entsprechend hoch sind die Importe. Zu begrüßen ist daher, dass dem Privatsektor eine größere Rolle eingeräumt wird.

Wichtige Wirtschaftszweige

Wirtschaftliche Schlüsselsektoren bleiben noch auf lange Zeit Erdöl und Gas, letzteres mit wachsender Bedeutung. Die Erdölwirtschaft wird weiter ausgebaut. Erhebliche Teile des riesigen Landes sind noch nicht ausreichend erschlossen. Die gewerbliche Wirtschaft expandiert weiter, ihre Ausrüstungen spiegeln vielfach einen hohen technischen Stand wider. Die privaten Haushalte und die Landwirtschaft profitieren von der Ausbeutung fossiler Grundwasserseen unter der Sahara. Deren Vorräte werden in einem riesigen Rohrsystem, dem Großen Künstlichen Fluss, in die fruchtbaren, dichter besiedelten Küstenregionen gepumpt. Libyen ist mit Straßen gut erschlossen. Der Bau einer Eisenbahn entlang der Küste sowie Richtung Süden ist geplant. Es gibt Überlegungen, den Tourismussektor stärker zu entwickeln. Fortentwickelt werden soll auch das Fischereiwesen.

Außenhandel

Handelszahlen für 2003 (in Mrd. USD):

  • Ausfuhren: 13,243
  • Einfuhren: 7,121

95% der Ausfuhren entfallen auf Mineralöl und Derivate. Eingeführt werden hauptsächlich Maschinen, technische Ausrüstungen, Konsumgüter und Nahrungsmittel. Haupthandelspartner sind Italien und Deutschland, die über 50% der Exporte aufnehmen und ca. 35% der Importe liefern.

Wirtschaftsdatenblatt

  (Schätzungen für 2003*)
Bevölkerung (Einwohner in Mio)

5,6 Mio
Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen

17,7 Mrd US-Dollar
pro Kopf der Bevölkerung

3.160 US-Dollar
reales Wachstum in v.H.

4,6 %
Inflationsrate


2,8 %
Staatshaushalt (in v.H. des BIP):

 
- Einnahmen

50,2 %
- Ausgaben

38,4 %
- Saldo

+ 11,8 %
- Staatsverschuldung (intern)

nicht erhältlich
- Staatsverschuldung (international)

nicht erhältlich
Zahlungsbilanzüberschuss

6,5 Mrd US-Dollar
Außenhandelsüberschuss

8,061 Mrd US-Dollar
Dienstleistungen und Transfer

nicht erhältlich
Kapitalverkehr

nicht erhältlich
Ausgleichsposten

nicht erhältlich
Devisenbilanz

nicht erhältlich
Devisenreserven

17,587 Mrd US-Dollar
Außenverschuldung u. Schuldendienstquote

4,2 Mrd US-Dollar / 5,2 %
Währung

Libyscher Dinar (LD)
Wechsel-Kurs

1 US-Dollar = 1,35 LD
Bilaterale Beziehungen

(nach Statistischem Bundesamt)
Bilateraler Handel


2,343 Mrd Euro
Entwicklung der vergangenen 2 Jahre

(in Mrd Euro)
 

2002 2003
Export

1,608 1,818
Import


0,519 0,525
Stellenwert des Handels für

 
Deutschland

nicht erhältlich
Gastland

Platz 2
Deutsche Direktinvestitionen

ausschließlich im Erdölsektor

Investitionsschutzvertrag

März 2003 paraphiert

Doppelbesteuerungsabkommen

Fehlanzeige
Finanzbeziehungen

Fehlanzeige
*) Quelle: The Economist Intelligence Unit: Country Report Libya January 2004

 

 

 

 

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