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Beziehungen zwischen
 Libyen und Deutschland

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen haben sich konsolidiert. Eine Intensivierung insbesondere durch hochrangige Besuchskontakte ist dank der Entschädigung für die Opfer des Attentats auf die Berliner Diskothek "La Belle" (1986) möglich geworden. Am 3. Spetember 2004 unterzeichneten die Gaddafi-Stiftung für Wohltätigkeitsorganisationen und die Anwälte von 168 Opfern in Tripolis eine Entschädigungsvereinbarung. Auf dieser Grundlage erhalten die Opfer eine Entschädigung von insgesamt 35 Mio. US-Dollar.

Der Besuch von Bundeskanzer Schröder in Libyen am 15.10.2004 ist ein klares Signal für den Ausbau der bilateralen Beziehungen

Wirtschaftliche Beziehungen

Wichtige Grundlage für die deutsch-libyschen Beziehungen sind die beiderseitigen Wirtschaftsinteressen. Libyen ist Deutschlands viertwichtigster Erdöllieferant. Die deutschen Investitionen in Libyen fließen schwerpunktmäßig in den Ölsektor. Als Abnehmer für libysches Erdöl steht Deutschland an zweiter Stelle nach Italien. Unter den Ländern, aus denen Libyen Waren importiert, nimmt Deutschland gleichfalls die zweite Stelle ein. Der Besuch deutscher Wirtschaftsdelegationen und die 2000 wieder aufgenommene jährliche deutsche Beteiligung an der Messe Tripolis unterstreichen die Bedeutung des libyschen Markts. Ende Januar 2004 konnte nach mehrjährigen Verhandlungen eine Einigung über die Begleichung in den 80er Jahren entstandener bundesgedeckter Forderungen deutscher Unternehmen aus Geschäften mit Libyen erzielt werden. Damit wurde neben La Belle die zweite zentrale Frage im bilateralen Verhältnis gelöst und die Voraussetzung für die Wiedereröffnung von Hermes-Deckungen geschaffen.

Ein bilateraler Vertrag zur Förderung und zum gegenseitigen Schutz von Investitionen wurde im März 2003 paraphiert.

Auf dem Tourismussektor gibt es eine Reihe erfolgreicher deutscher Anbieter von Reisen zu archäologischen Stätten und in die Wüste.

Kulturelle Beziehungen

Etwa 400 Libyer studieren an deutschen Universitäten. Darüber hinaus beschränkt sich die kulturelle Zusammenarbeit auf einzelne Veranstaltungen. Bis 1972 bestand in Tripolis ein Goethe-Institut.

Beziehungen zur Europäischen Union

Stand: April 2004

Bislang sind die politischen Beziehungen Libyens zur EU noch wenig entwickelt, obgleich die EU Libyens wichtigster Wirtschaftspartner ist. Libyen nimmt trotz Einladung an der regionalen Zusammenarbeit im Rahmen der Euro-Mediterranen Partnerschaft (Barcelona-Prozess) nicht teil, hat jedoch seit 1999 einen Beobachterstatus inne. Es favorisiert stattdessen den breiteren Ansatz einer Zusammenarbeit Afrika-EU. Daneben engagiert sich Libyen aktiv in einem informellen Dialog der westlichen Mittelmeerstaaten ("5 plus 5").

 

 

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