|
|
Kultur- und Bildungspolitik
Kulturpolitik
Stärker als in jedem anderen Land des Nahen Ostens mischen sich in Libanon
Elemente orientalischer und europäischer Kulturen und Religionen. Als Standort
für Kultur- und Bildungseinrichtungen hat das Land eine lange Tradition. Der 15
Jahre dauernde Bürgerkrieg (1975-1990) bedeutete einen tiefen Einschnitt auch
für das soziale Gefüge der libanesischen Gesellschaft. Die libanesische
Regierung unternimmt heute große Anstrengungen, die Wiederbelebung des
kulturellen Lebens voranzutreiben und das Land zur Drehscheibe für kulturellen
und akademischen Austausch im Nahen Osten zu machen. Anstöße für die
Wiederbelebung kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft, vor allem auch aus
dem privaten und akademischen Bereich.
Seit 1998 findet jährlich wieder das renommierte Internationale
Baalbek-Festival mit internationaler Beteiligung statt, zudem mehrere andere
Festivals. Im Jahre 1999 war Beirut die "Kulturhauptstadt der arabischen
Welt". Die erfolgreiche Ausrichtung des Frankophoniegipfels im Herbst 2002
in Beirut hat entschieden dazu beigetragen, das Land weiter kulturell und
politisch im internationalen Bewußtsein zu verankern.
Universitäten
An insgesamt über 40 Universitäten und Hochschulen in Libanon sind ca.
120.000 Studenten eingeschrieben, davon über die Hälfte an den 13 Fakultäten
der staatlichen Université Libanaise. Die anderen Studenten verteilen sich auf
die immer zahlreicher werdenden Privatuniversitäten. Die bekanntesten sind die
1866 gegründete American University of Beirut (AUB), die Lebanese American
University (LAU); die Université Saint Joseph (USJ), die Université du Saint
Esprit Kaslik (USEK), die Beirut Arab University (BAU) und die Université
Balamand. Die libanesischen Studienabschlüsse (Licence bzw. Bachelor) werden im
Ausland im Allgemeinen anerkannt.
Fremdsprachen
Neben der arabischen Sprache beherrschen viele Libanesen auch die
französische und/oder englische Sprache. Vor allem mit Frankreich besteht eine
enge kultur- und bildungspolitische Zusammenarbeit. Bei jungen Libanesen
zeichnet sich jedoch zunehmend ein Trend zum angelsächsischen Kultur- und
Sprachraum ab. Großes Interesse libanesischer Studenten und Wissenschaftler
besteht ebenfalls an Studien- und Kooperationsmöglichkeiten mit Deutschland. Im
Hoch- und Fachschulbereich sowie im Bereich der dualen Berufsausbildung gibt es
diverse bilaterale Projekte.
|
|