|
|
Wirtschaft
Wirtschaftslage
Rund die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts sowie die überwältigende
Mehrheit der Exporterlöse und der Regierungseinnahmen basieren auf dem
Ölsektor. Zusätzlich sichern beträchtliche staatliche und private
Auslandsinvestitionen hohe Einkünfte. Mit nachgewiesenen Ölreserven von rund
96,5 Mrd. Barrel, einschließlich 2,5 Mrd. Barrel im kuwaitischen Teil der
Neutralen Zone, die insgesamt rund 10% der Gesamtweltreserven darstellen, liegt
Kuwait weltweit hinter Saudi-Arabien, dem Irak und ungefähr gleichauf mit den
Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Rohöl-Förderkapazität beträgt 2,4
Millionen Fass pro Tag (bpd). Die Soll-Raffineriekapazität liegt derzeit bei
rund 865.000 bpd, ist jedoch in Folge mehrer Explosionsunglücke im Jahre 2002
um rund 100.000 bpd zurückgegangen. Das statistische
Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von rund 15.000 Euro pro Jahr liegt wegen
Nichterfassung eines Teils der Finanzströme vermutlich deutlich höher. .
Wirtschaftsstruktur
Das Wirtschaftssystem Kuwaits ist grundsätzlich marktwirtschaftlich
orientiert, jedoch wird die kuwaitische Wirtschaft vom Staat und der
verstaatlichten Ölindustrie dominiert. Rund 93% der kuwaitischen Arbeitskräfte
sind im öffentlichen Sektor beschäftigt. Es gibt (praktisch) keine Steuern.
Alle öffentlichen Dienste und Sozialleistungen werden direkt vom Staat
finanziert.
Kuwait betreibt eine offene Handelspolitik mit freiem Devisenverkehr, nur
geringen Einfuhrzöllen und einem Minimum an Anforderungen für
Einfuhrgenehmigungen. Auf Nahrungsmittel, landwirtschaftliche Produkte oder
wichtige Konsumgüter werden keine Zölle erhoben. Die Einfuhr von
Schweinefleisch und Alkohol ist verboten; gleiches gilt für Nahrungsmittel und
Getränke, die derartige Bestandteile enthalten. Im Rahmen des gemeinsamen
Marktes des Golf-Kooperationsrates (GCC) sollen in wenigen Jahren in allen
GCC-Staaten einheitliche niedrige Zölle erhoben werden.
Wachstum des BIP
Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2002 umgerechnet rd. 39 Mrd. EUR und
beruht im wesentlichen auf den Erlösen durch den Ölexport.
Entwicklung des Staatshaushalts
Der kuwaitische Staatshaushalt verbuchte 2001 Einnahmen in Höhe von
19,729 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 19,4% gegenüber dem
Vorjahr. Haupteinnahmequelle mit 16,537 Mrd. EUR (84,4% der Gesamteinnahmen)
blieben die Erlöse aus der Erdölförderung. Bei Gesamtausgaben von 17,347
Mrd. EUR ergibt sich ein Haushaltsüberschuss von 2,382 Mrd. EUR, somit ein
Rückgang von ca. 65% gegenüber dem Vorjahr. Nach Abzug der gesetzlich
vorgeschriebenen Abführung von 10% der Einnahmen in den Reserve Funds for
Future Generations verbleibt somit ein Netto-Überschuss von 0,409 Mrd. EUR.
Inflation
Die Steigerung der Verbraucherpreise ging von 3,0% im Jahre 1999, 1,9% in
2000 auf 1,6 % im Jahre 2001 zurück. Die auf dem Markt zu beobachtenden
Preissteigerungen lassen jedoch vermuten, dass diese Angaben zu niedrig
angesetzt sein dürften.
Währungspolitik, Devisengesetzgebung
Beschränkungen des Devisenverkehrs bestehen nicht. Auf den An- oder
Verkauf von Devisen werden keine Steuern oder Abgaben erhoben. Der Kuwaitische
Dinar (KD) ist seit Anfang 2003 an den Dollar gebunden, nachdem sich die
GCC-Mitgliedstaaten im Hinblick auf die für 2010 angestrebte Einführung
einer gemeinsamen Währung auf eine einheitliche Referenzwährung geeinigt
hatten.
Wichtigste Wirtschaftszweige
Die Volkswirtschaft Kuwaits wird von den Einkünften aus dem Verkauf von
Rohöl und Ölprodukten dominiert. Erdöl ist der wichtigste Rohstoff und
dominierende Wirtschaftsfaktor des Staates Kuwait. Die Einnahmen aus dem
Ölsektor bilden seit Jahren mit einem Anteil zwischen 80 und 90% den
bedeutendsten Posten der Staatseinnahmen. Das Land sieht seine industrielle
Zukunft im Ausbau der heimischen Raffineriekapazitäten und im Aufbau einer
petrochemischen Industrie. Bemühungen, die einseitige Ausrichtung der
Wirtschaft auf den Ölsektor durch Förderung nicht ölbezogener Aktivitäten zu
verringern, haben bislang jedoch nur marginal zu einer Diversifizierung
beigetragen.
Außenwirtschaft
Investitionsbedingungen
Das Petroemirat muss sich als Standort für ausländische Investoren
bewähren. In Kuwait sind mit der japanischen Arabian Oil Company (AOL), deren
Konzession zur offshore-Förderung im Januar 2003 ausgelaufen ist, sowie der
amerikanischen Union Carbide, die an dem Unternehmen EQUATE Petrochemical Co.
beteiligt ist, lediglich zwei namhafte ausländische Investoren vertreten.
Einzige nennenswerte deutsche Direktinvestition ist der 49%-Anteil der Siemens
AG an der Firma NGEECO, der hiesigen Handelsvertreterin von Siemens (mit
Ausnahme des medizinischen Bereichs).
Das Gesetz zur Regelung ausländischer Direktinvestitionen, das am
22.04.2001 in Kraft getreten ist, soll Kuwaits Attraktivität für
ausländische Investoren erhöhen. Das Gesetz lässt erstmals Joint Ventures
zu, bei denen der ausländische Partner die Mehrheit der Anteile hält. Die
Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz sind Ende 2003 in Kraft getreten.
Ausländische Investitionen in der Ölförderung sowie im
Versicherungswesen sind weiterhin nicht zugelassen. Banken können maximal zu
49% in ausländischem Besitz sein. Grundbesitz und Investitionen im
Immobiliensektor sind Kuwaitis und Staatsangehörigen von GCC-Staaten
vorbehalten.
Infrastruktur- und Privatisierungsvorhaben
Es herrscht grundsätzlich Konsens darüber, dass die Rolle des privaten
Sektors gestärkt werden muss, um Arbeitsplätze für Kuwaitis zu schaffen.
Allerdings ist die Regierung bislang nicht über die Phase des Verkaufs von
Anteilen an einigen Privatunternehmen hinausgekommen.
Messeaktivitäten
Die Beteiligung deutscher Firmen an hiesigen Messen bedarf sorgfältiger
Abwägung. Die meisten kuwaitischen Messen sind von lokaler Bedeutung,
konzentrieren sich mehr auf Konsum- als auf Investitionsgüter und sprechen
vor allem den Endverbraucher an. Hiesige Geschäftsleute informieren sich auf
Messen in den regionalen Wirtschaftszentren (Dubai, Abu Dhabi) und
insbesondere in Deutschland (CeBIT, Hannover-Messe, Anuga, GDS, Igedo, Drupa).
Ausfuhrhandel
Kuwait hat im Jahr 2001 Waren im Wert von 16,173 Mrd. USD (= 16,500 Mrd.
EUR) ausgeführt, davon 14,975 Mrd. USD (=15,277 Mrd. EUR) Rohöl. Der Wert
der Importe betrug im gleichen Zeitraum 6,932 Mrd. USD (= 7,072 Mrd. EUR).
Kuwait erzielte somit einen Handelsüberschuss von 8,566 Mrd. USD (= 8,739
Mrd. EUR). Wichtigste Importgüter waren Maschinen und Fahrzeuge, Endprodukte,
Nahrungsmittel und lebende Tiere sowie Chemikalien.
Deutschland lag 2001 bei den Importen Kuwaits mit einem Warenwert von 746,5
Mio. EUR nach den USA an zweiter Stelle, gefolgt von Japan, Italien und
Großbritannien. Die vorläufigen kuwaitischen Zahlen für 2002 sind ebenfalls
vielversprechend. Wichtigste Ausfuhrgüter aus Deutschland waren wie in den
Vorjahren Kraftfahrzeuge, elektrotechnische Erzeugnisse, Maschinen, Fahrzeuge
und chemische Erzeugnisse.
Hauptabnehmer kuwaitischer Exporte (vorwiegend Rohöl) waren 1991 Japan
(23,2%), die USA (13,9%), Süd-Korea (12,7%) und Singapur (7,1%).
Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen
Kuwait ist Mitglied des Golf-Kooperationsrates (GCC), des Internationalen
Währungsfonds (IWF), der Welthandelsorganisation (WTO), der Weltbank, der OPEC
und der OAPEC (Organization of Arab Petroleum Exporting Countries).
Umweltpolitik
Kuwait ist den wichtigsten internationalen Konventionen im Bereich des
Umweltschutzes beigetreten. Die 1995 gegründete "Environment Public
Authority (EPA)" ist bemüht, Behörden und Bevölkerung für Fragen des
Umweltschutzes und der Energieeinsparung zu sensibilisieren. Die Notwendigkeit
von Emissionsschutzmaßnahmen in der Ölindustrie, umweltgerechtere
Abfallbeseitigung und die Reinigung von Abwässern wird zunehmend erkannt.
Wirtschaftsdatenblatt
Stand: September 2003
| Ländername: Staat Kuwait – "Daulat
Al-Kuwait" |
2001 |
2002 |
| |
|
|
| Bevölkerung |
|
|
| Einwohner in Mio. |
2,24 |
2,27 |
| Wachstum in v.H. |
1,2 Prozent |
1,01 Prozent |
| 2003: rd. 2,5 Mio. Einwohner, davon 920.000
Kuwaitis, ca. 1,6 Mio. Ausländer. |
|
|
| |
|
|
| Bruttosozialprodukt (oder BIP) |
|
|
| BIP insgesamt in Mrd. US-Dollar |
36,9 |
39,1 |
| Stelle in der Welt |
|
|
| Reales Wachstum in v.H. |
-8,5 Prozent |
+1,06 Prozent |
| Inflationsrate |
1,6 Prozent |
+1,0 Prozent |
| |
|
|
| Staatshaushalt (in Mrd. US-Dollar) |
|
|
| Haushaltsjahr: 01.04. bis 31.03. (2001/02;
2002/03) |
19,7 |
18,6 |
| Saldo in v.H. des BSP |
53,4 Prozent |
51,2 Prozent |
| Staatsverschuldung intern |
9,038 |
k.A. |
| Staatsverschuldung intern in v.H. des BSP |
24,5 Prozent |
k.A. |
| Staatsverschuldung international |
k.A. |
|
| Staatsverschuldung international in v.H. des
BSP |
k.A. |
|
Staatseinnahmen (in Mrd. US-Dollar)
(hauptsächlich aus dem Ölexport) |
18,8 |
20,7
(+16 Prozent) |
| |
|
|
| Zahlungsbilanz (in Mrd. US-Dollar) |
|
|
Waren- und Dienstleistungsverkehr,
Kapitalverkehr
Exporte
Importe
Handelsüberschuss |
15,0
6,5
8,5 |
14,1
7,5
6,6 |
| Devisenbilanz, Bestandsveränderungen der
Devisenreserven |
10,1 |
13,2 |
| |
|
|
| Außenverschuldung und Schuldendienstquote
(in Mrd. US-Dollar) |
9,5 |
k.A. |
| |
|
|
Währung (Stand jeweils 31.12.) 1
kuwaitischer Dinar (KD) =
(Der KD ist, wie die Währungen der anderen GCC-Mitglieder, an den
US-Dollar gebunden). |
3,6547 EUR |
3,2584 EUR
am 01.09.03: = 2,93 EUR |
| |
|
|
| Bilaterale Beziehungen |
|
|
| Außenhandel mit Deutschland |
|
|
Einfuhren (gem. Stat. Bundesamt)
(absolut)
(prozentual) |
38,7 Mio.
0,01 Prozent |
56,6 Mio.
0,01 Prozent |
Ausfuhren (gem. Stat. Bundesamt)
(absolut)
(prozentual) |
746,5 Mio.
0,12 Prozent |
815,8 Mio.
0,13 Prozent |
Stellenwert des Handels:
Deutschland:
Einfuhren
Ausfuhren |
118.
58. |
106.
55. |
| |
|
|
Stellenwert des Handels:
Gastland:
Einfuhren
Ausfuhren |
2.
k.A. |
vorauss. 2./3. Platz
k.A. |
| Deutsche Direktinvestitionen: 1 Joint-Venture
Investitionsförderungs- und –schutzvertrag in Kraft seit 15.11.1997 |
|
|
| Seit 04.12.1987 Abkommen zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung |
|
|
| Finanzbeziehungen, deutsche Leistungen (EH,
Ausrüstungshilfe, Umschuldung) –entfällt- |
- |
- |
|
|