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Beziehungen zwischen
Jordanien und Deutschland

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Jordanien und Deutschland sind seit langer Zeit eng und freundschaftlich. Sie werden durch regen Besuchsverkehr gepflegt: Im Februar 2004 besuchte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse Jordanien, sein Gegenüber Ing. Abdel-Hadi Al-Madschali ist für September 2004 nach Deutschland eingeladen. Zur Eröffnung der großen Jordanien-Ausstellung am 7. Oktober 2004 wird König Abdullah II. in Berlin erwartet. Sein Staatsbesuch im Oktober 2002 gemeinsam mit Königin Rania in Berlin, Brandenburg und Bayern war einer der Höhepunkte der bilateralen Beziehungen in den vergangenen Jahren. Im Juni 2003 nahmen sowohl Bundespräsident Rau als auch Bundesaußenminister Fischer am Sondertreffen des World Economic Forum (WEF) in Jordanien teil. Im November 2003 stattete Bundesaußenminister Fischer dem Land erneut einen Besuch ab. Im Januar 2004 kam Bundesinnenminister Schily nach Amman, im gleichen Monat waren der jordanische Hochschul- und der Bildungsminister in Berlin und Magdeburg. Im ersten Halbjahr 2004 besuchten mehrere Abgeordnete des deutschen Bundestages Jordanien, darunter der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses und sein Vertreter.

Wirtschaftliche und entwicklungspolitische Beziehungen

An den Importen gemessen ist Deutschland der wichtigste europäische Handelspartner Jordaniens. Die jordanischen Importe aus Deutschland beliefen sich im Jahr 2002 auf 433 Mio. EUR, 1,7% weniger als im Vorjahr. Jordaniens Ausfuhren nach Deutschland sanken im Jahre 2002 um 8,2% auf 30,7 Mio. EUR. Deutschland liefert vor allem Fahrzeuge, Nahrungsmittel, chemische Produkte und Maschinen. Jordanien exportiert nach Deutschland Kleidung (Baumwolle), Speise- und Industriesalz. Im Jahr 2003 nahmen die jordanischen Exporte nach Deutschland leicht zu, die Importe aus Deutschland dagegen etwas ab. Die jordanische Handelsbilanz bleibt dennoch stark negativ.

Während des Staatsbesuchs von König Abdullah II im Oktober 2002 wurde ein bilaterales Umschuldungsabkommen im Rahmen der Umschuldungsvereinbarung mit dem Pariser Club über rund 100 Mio. EUR unterzeichnet. Eine wichtige Rolle spielt die Entwicklungszusammenarbeit in den deutsch-jordanischen Beziehungen. Deutschland gehört mit den USA und Japan zu den größten Gebern: Für das Jahr 2002 machte die deutsche Seite eine Gesamtzusage von 39 Mio. EUR. Darüber hinaus wurden Jordanien 2003 zusätzlich 15 Mio. EUR aus dem Regionalfonds sowie 35 Mio. EUR für Schuldenumwandlung zur Verfügung gestellt. Erneut sind Regierungsverhandlungen zwischen Jordanien und Deutschland vorgesehen für den Herbst 2004, um die weitere Gestaltung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zu vereinbaren.

Austausch im Wissenschafts- und Kulturbereich

Jordanische Universitäten und Forschungseinrichtungen pflegen in den verschiedensten Bereichen einen regen Austausch mit Deutschland. Viele jordanische Wissenschaftler haben in Deutschland studiert oder promoviert und setzen gemeinsame Forschungsvorhaben mit deutschen Kollegen um. Mit Hilfe deutscher Stipendien oder auf eigene Kosten kommen jedes Jahr jordanische Doktoranden und Professoren für Kurz- und Langzeitaufenthalte nach Deutschland.

In der Archäologie ist die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Jordanien seit langen Jahrzehnten eng und vertrauensvoll. Auch gegenwärtig gibt es mehrere gemeinsame Grabungs- und Forschungsprojekte im ganzen Lande. Die große Jordanien-Ausstellung "Gesichter des Orients. 10.000 Jahre Kunst und Kultur aus Jordanien", die am 7. Oktober 2004 in Berlin eröffnet und ab April 2005 in Bonn zu sehen sein wird, ist Sinnbild und Ausdruck dieser hervorragenden Zusammenarbeit

 

 

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