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Innenpolitik
Innenpolitische Situation
Die Innenpolitik des Königreiches Bahrain wird im Wesentlichen von den
Veränderungen und Entwicklungen beherrscht, die sich aus dem
Wiederinkraftsetzen der bahrainischen Verfassung am 14.02.2002 ergeben. Die
angekündigten Kommunalwahlen haben wie vorgesehen am 09.05.2002 stattgefunden.
Am 24.09.2002 wurde das Gesetz über die Gründung von Gewerkschaften vom König
unterzeichnet und anschließend verkündet. Die Mitgliedschaft in Gewerkschaften
ist Arbeitnehmern freigestellt. Gewerkschaften als Arbeitnehmerorganisationen
können auf der Ebene von Unternehmen oder aber auch unternehmensübergreifend
gebildet werden.
Am 24./31.10.2002 fanden die beiden Wahlgänge zu den ersten Parlamentswahlen
nach fast 30 Jahren in Bahrain statt. Nachdem sich die schiitische
Bevölkerungsmehrheit (ca. 70%) aus innenpolitischen Erwägungen entschlossen
hatte, die Wahlen zu boykottieren, wurden neben einigen wenigen unabhängigen
Abgeordneten schiitischen Glaubens weit überproportional sunnitische
Abgeordnete in das 40-köpfige Parlament gewählt. Die schiitische
außerparlamentarische Opposition sagte jedoch zu, demokratische Spielregeln
einzuhalten. Die zweite Kammer (Beratende Versammlung) hat ebenfalls 40
Mitglieder, sie werden vom König ernannt (unter ihnen 6 Frauen). Unmittelbar
nach der Parlamentswahl betraute König Hamad bin Isa Al Khalifa den bisherigen
Premierminister und seinen Onkel Shaikh Khalifa bin Salman Al Khalifa mit dem
Auftrag der Regierungsbildung. Die neue Regierungsmannschaft hat 24 Mitglieder
(Minister und Staatsminister, die vorherige Regierung hatte 20 Mitglieder). Das
politische Leben ist gekennzeichnet vom Bestreben der neugewählten bzw.
ernannten Institutionen, ihre Befugnisse und die Machtverhältnisse auszuloten.
Meinungsverschiedenheiten werden jedoch meist friedlich und im Konsens geregelt.
Seit April 2004 hat Bahrain das erste weibliche Kabinettsmitglied, die
Ministerin für Gesundheit, Frau Dr. Nada Abbas Haffadh.
Der älteste Sohn des Königs übt als Kronprinz kein direktes politisches
Mandat aus, ist aber Oberkommandierender der bahrainischen Streitkräfte und
vertritt den König und den Premierminister bei Abwesenheit.
Menschenrechtslage
Die Menschenrechtssituation in Bahrain hat sich infolge der begonnenen
Reformen erheblich verbessert, die ausländische Kritik, auch die von
Nicht-Regierungsorganisationen, ist zwischenzeitlich völlig verstummt. Die
Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Mary Robinson, hat
im März 2002 das Königreich Bahrain als erstes der Länder des
Golfkooperationsrates besucht, um sich ein Bild von der aktuellen
Menschenrechtssituation zu machen. Sie bezeichnete Bahrain als Modell für
andere Staaten in der Region.
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