Außenpolitik
Bahrain ist der kleinste der arabischen Golfstaaten und Mitglied des
Golfkooperationsrates (GCC). Priorität in seiner Außenpolitik genießen die
Beziehungen zu den arabischen Ländern. In allen wichtigen außenpolitischen
Fragen und solchen, die die Region betreffen, stimmt Bahrain sich mit seinen
Nachbarstaaten, insbesondere Saudi-Arabien, ab.
Historisch bedingt bestehen besonders enge politische und wirtschaftliche
Beziehungen zu Großbritannien und - vor dem sicherheitspolitischen Hintergrund
- zu den USA. In der Folge der Anschläge vom 11. September 2001 hat sich die
bahrainische Führung gegen jegliche Art von Terrorismus ausgesprochen, den USA
und der Anti-Terror-Koalition Unterstützung bei der Terrorismusbekämpfung
zugesagt und diese Zusagen auch eingehalten. Die Resolutionen der Vereinten
Nationen zur Verhinderung der Finanzierung von terroristischen Organisationen
wurden unterzeichnet und weitere diesbezügliche Maßnahmen ergriffen.
Das Königreich Bahrain ist bemüht, die Beziehungen zu den Staaten des
südostasiatischen Raums und Japan sowie zu Europa, insbesondere zu Frankreich
und Deutschland, weiter zu entwickeln. Die Europäische Union ist durch 4
Staaten mit am Ort residierenden Botschaftern vertreten (Deutschland,
Frankreich, Großbritannien, Italien).
Bahrain betrachtet die Entwicklungen in Israel und den besetzten Gebieten mit
großer Sorge. Das bahrainische Kabinett hat das Vorgehen der israelischen Seite
gegen die palästinensische Bevölkerung verurteilt, es gab zahlreiche
Demonstrationen gegen Israel.
Seit Amtsantritt des iranischen Präsidenten Khatami 1997 haben sich die
Beziehungen zu Iran verbessert. Die turnusmäßigen Sitzungen der Gemischten
Kommission finden regelmäßig statt.
Während der Irak-Krise hat das Königreich Bahrain eine vorsichtige, aber
Akzeptanz einer gegen den Irak gerichteten militärischen Operation nicht
ausschließende Politik betrieben. Eckpunkte der bahrainischen Überlegungen
waren, dass das irakische Volk (und damit auch seine Nachbarn) vom Diktator
befreit werden sollte, der irakischen Zivilbevölkerung jedoch Opfer weitgehend
erspart werden sollten. Die Entwicklungen im Nachkriegs-Irak werden in Bahrain
aufmerksam beobachtet. Dem Wiederaufbau dieses Landes wird große Bedeutung
beigemessen. Bahrain ist ein wichtiger Bankenstandort in der Region und kann bei
der Finanzierung von Wiederaufbauprojekten wertvolle Hilfe leisten. Es ist daher
kein Zufall, dass einer der ersten Botschafter der neuen irakischen Regierung
nach Bahrain entsandt wurde. Die bahrainische Außenpolitik stimmt in der
Irak-Frage, ähnlich wie die Katars und Kuwaits, mit Einschränkungen auch
Saudi-Arabiens, nicht mit der der Mehrheit der Staaten der Arabischen Liga
überein.
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